Zahlen - Daten - Fakten - 50 Jahre Leistungsprüfung in der Feuerwehr Albertsreuth-Götzmannsgrün

Allgemeines

Seit 1967 sind insgesamt 38 Löschgruppen zur Leistungsprüfung in Götzmannsgrün angetreten. Somit ergibt sich ein Teilnehmerfeld für die Leistungsprüfung Wasser von 342 Teilnehmern. Dazu kommen noch sechs Teilnehmer, die 2015, 2016 und 2017 das THL-Abzeichen ablegen konnten, so dass insgesamt 351 Feuerwehrleute zu einer Leistungsprüfung angetreten sind.

Meisten Teilnahmen

Die meisten Teilnahmen absolvierte unser Ehrenkommandant Alfred Schaller, der 22 Mal in der Gruppe als Teilnehmer dabei war. Neben den sieben Malen, die er selbst ein Abzeichen erhalten hat, hat er die Gruppe noch 15 Mal als Wiederholer unterstützt.

Es folgen auf den Plätzen unser aktueller Kommandant Gerald Hick und Maschinist Stefan Strößner mit je 21 Teilnahmen. Die weiteren Plätze belegen Daniel Schaller mit 20 Teilnahmen und Gerhard Raithel war 18 Mal von der Partie.

Jüngste und älteste Teilnehmer

Jüngster Teilnehmer war bisher Dominik Popp aus Götzmannsgrün, der das bronzene Leistungsabzeichen mit 16 Jahren und 29 Tagen errang. Rudolf Schaller, Daniel Schaller und Julia Hick erhielten das erste Leistungsabzeichen mit 16 Jahren, 2 Monaten und 6, 8 bzw. 13 Tagen. Martin Rosemann stellte sich mit über 53 Jahren der ersten Leistungsprüfung und war der älteste Teilnehmer, der das Abzeichen in bronze erringen konnte. Ältester Teilnehmer insgesamt war Alfred Schaller, der mit über 58 Jahren noch als Gruppenführer im Einsatz war.

Einsatz als ...

Gruppenführer:

21 x Alfred Schaller
8 x Gerald Hick
8 x Daniel Schaller
1 x Alfred Opel
1 x Helmut Schaller
1 x Jörg Hartwich
1 x Michael Köppel

Maschinist:

16 x Gerhard Raithel
11 x Stefan Strößner
6 x Heiko Raithel

Angriffstruppführer:

6 x Klaus Herdegen
4 x Stefan Strößner
3 x Florian Kießling

Angriffstruppmann:

4 x Simone Kießling
3 x Hermann Herdegen
3 x Dieter Hartwich
3 x Daniel Schaller
3 x Susanne Strößner

Wassertruppführer:

4 x Hermann Opel
3 x Hermann Herdegen
3 x Uwe Grießhammer
3 x Daniel Schaller
3 x Julia Hick

Wassertruppmann:

4 x Jörg Hartwich
3 x Hermann Herdegen
3 x Dieter Hartwich
3 x Rudolf Schaller
3 x Matthias Schaller

Schlauchtruppführer:

5 x Erwin Strößner
4 x Daniel Schaller
3 x Rainer Kießling
3 x Gerald Hick

Schlauchtruppmann:

4 x Helmut Schaller
3 x Rudolf Schaller
3 x Klaus Herdegen
3 x Gerald Hick
3 x Christa Herdegen
3 x Susanne Strößner

Melder:

3 x Helmut Rosemann
3 x Hermann Opel
3 x Mario Schaller

 

Anfang 1970 wurden so genannte Rettungspakete entwickelt, mit denen verletzte Personen aus verunglückten Autos befreit werden mussten. Mitte der 1970er Jahre kam dann au den USA der Hydraulikspreizer, kombiniert mit der Rettungsschere auf den Markt. Diese Geräte wurden schwerpunkt-mäßig im Lande verteilt. In Einsätzen musste lange Anfahrtswege zurückgelegt werden. Dann kamen deutsche Rettungsgeräte auf den Markt. Diese Rettungsgeräte fanden sehr schnell Eingang bei den Feuerwehren und das Netz der Standorte wurde immer dichter.

Um diese Arbeits- und Einsatzabläufe noch besser und gekonnt abwickeln zu können und letztendlich aufgrund eines schweren Unfalls am 23. September 1985 mit vier Toten und drei Schwerverletzten wurde die Idee einer Leistungsprüfung „Technische Hilfeleistung“ in der Freiwillige Feuerwehr Parsdorf-Hergolding geboren. Am 9. September 1986 wurde ein Konzept den Feuerwehren des Landkreises Ebersberg vorgestellt. Die Kreisbrandräte und Sprecher der Bayerischen Feuerwehren befürworteten das Modell aber bei der Regierung von Oberbayern und im Innenministerium fand man kein Gehör. Das Interesse in Oberbayern war aber schließlich so groß, dass eine Einführung der Leistungsprüfung THL in einigen Landkreisen von Oberbayern 1991 erfolgte.

Am 30. November 1992 beschlossen die Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren Bayerns nach den Ergebnissen eines Arbeitskreises, bestehend aus Vertretern des Landkreises Ebersberg, den Staatlichen Feuerwehrschulen, dem Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz und den Sprechergremium der Bayerischen Feuerwehren, die Einführung der THL-Leistungsprüfung zum 1. Januar 1994.

Quelle: Festschrift 10 Jahre Landesfeuerwehrverband Bayern 1993-2003

1938 wurde auf Reichsebene die „Löschgruppe“ eingeführt. Bis zu diesen Zeitpunkt gab es nur Übungs- und Exerziervorschriften. Das Wissen über den Einsatz einer Löschgruppe wurde hauptsächlich an „beweglichen Feuerwehrgrundschulen“ vermittelt. Bei Brandeinsätzen herrschten oft chaotische Zustände, weil das in Lehrgängen erworbene Wissen um die Löschgruppe nicht gepflegt wurde. Das erlernte Wissen - wenn es in den kleinen Feuerwehren überhaupt erlernt wurde - verschwand im Laufe der Zeit.  

Es wurde nach Lösungen besucht, um die hinlänglich bekannten Ausbildungsdefizite in der „Löschgruppe“ zu beseitigen. Bei Besuchen in Österreich lernten Feuerwehrkameraden aus dem Landkreis Passau nach dem Krieg das System der Wettbewerbe kennen. Sie versuchten nach den Vorgaben der Bayerischen Dienstvorschrift (Übungsordnung) eine Leistungsprüfung zu entwickeln. Es sollte innerhalb einer Sollzeit ein Löschangriff aufgebaut werden, bei dem das nötige Kleingerät wie Kübelspritze, Äxte, Schlauchhalter und Strahlrohre mitgeführt werden musste. An vielen Übungstagen erprobte eine Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Sandbach aus dem Landkreis Passau diese Abnahmekriterien, von denen die „Väter der Leistungsprüfung“ unter Führung des ehemalige Sandbacher Kommandanten und späteren Kreisbrandinspektor Baptist Kitzlinger zur Überzeugung kamen, dass diese zur Schulung und Festigung der Fertigkeiten richtig und wichtig seien. 

Das Leistungsabzeichen konnte im Landkreis Passau in Silber (mit festgelegten Funktionen) und mit einer Wartezeit von sechs Monaten in Gold (Auslosung aller Gruppenmit-glieder und 36 Testfragen für die ganze Gruppe) abgelegt werden. Die B-Leitung und die C-Angriffsleitungen bestanden aus jeweils zwei Schlauchlängen. Die Teilnehmer der Prüfung in Gold musste ihre in Silber erworbenen Abzeichen zurückgeben, damit diese vergoldete werden konnten. Gegen eine bayernweite Einführung des Leistungsabzeichens sprachen sich die Sprecher der Bayerischen Feuerwehren aus, da sie u. a. Mehrarbeit für die Führungskräfte sahen. Im Landkreis Passau lief die Leistungsprüfung jedoch hervorragend und fand auch Interesse über den Landkreis hinaus. Erst durch den Druck der Basis wurde in Bayern im Mai 1959 die Einführung der Bayerischen Leistungsprüfung, Stufe I, beschlossen und die Schiedsrichter geschult.  

Das Leistungsabzeichen boomte von Anfang an. In den ersten drei Monaten legten 1.149 Feuerwehrdienstleistende das Leistungs-abzeichen ab; bis November 1963 waren es 72.600! Im Oktober 1963 wurde zur Steigerung der Anforderungen die Leistungsprüfung Stufe II (Silber) eingeführt. Mit der Einführung der Leistungsprüfung Stufe III (Gold) am 28. Februar 1966 kam der nächst Schritt. Die Leistungs-prüfung der Stufe III bestand aus der zweimaligen Wiederholung der Leistungsprüfung Stufe II. Die erste Wiederholung bezeichnete man als Stufe III/1 (Silber 2) und nach weiteren zwei Jahren kam dann die Endstufe III/2 (Gold). Sinn und Zweck dieser Zeitspannen war es, dass die Gruppenteilnehmer immer wieder an die Arbeit in der Löschgruppe herangeführt wurden.  

Im Jahre 1974 wurde die Leistungsprüfung auf „nass“ umgestellt. Knoten und Stiche kamen dazu. Die Prüfung wurde praxisnäher: die Geräte musste aus dem Fahrzeug entnommen werden. Mit dieser Umstellung wurde beschlossen, die Leistungsprüfung in den Stufen III/3 (Gold/Blau), Stufe III/4 (Gold/Grün) und Stufe III/5 (Gold/Rot) fortzuführen.  

In den 1990er Jahren wurde dann immer öfter die Frage gestellt, ob die Prüfung immer nach dem gleichen Schema ablaufen soll. Es fehlte eine Steigerung in den Anforderungen innerhalb der Leistungsprüfung und es wurde bemängelt, dass Aktive das Abzeichen in Gold/Rot besaßen, die keinerlei Grundaus-bildung (Truppmann/Truppführer) genossen hatten. Am 1. April 2000 wurde dann neue Richt-linie eingeführt und ein neues Ausbildungs-kapitel aufgeschlagen. Die gesteigerten Anforderungen haben neuen Schwung in die Leistungsprüfung gebracht und indirekt wurde auch die Truppmann und Truppführerausbildung forciert. Im Jahre 2007 erfolgt dann eine Anpassung an die neue FwDV 4, welche aber keine relevanten Änderungen mitbrachte.

Quelle: Festschrift 10 Jahre Landesfeuerwehrverband Bayern 1993-2003

Entstehung Leistungsprüfung Wasser Entstehung Leistungsabzeichen THL Statistik der Leistungsprüfungen

Folgende Niederschrift zeugt von unserer ersten Leistungsprüfung, unterschrieben vom stellvertretenden Kommandanten Max Schaller. Die Schiedsrichter waren die Kreisbrandmeister Hans Ordnung und Adam Puchtler. Des Weiteren war Karl Sachs vom Landratsamt Münchberg mit vor Ort und führte zeitgleich eine Inspektion der Wehr durch.
Protokoll der ersten Leistungsprüfung 1967
Zur Jahreshauptversammlung am 14. März 1967 wurde Alfred Opel zum neuen Kommandanten der Feuerwehr gewählt. Er übernahm das Amt von Erhardt Trampler, der die Altersgrenze erreicht hatte. In den folgenden drei Monaten bereitete sich dann die erste Gruppe unter der Ausbildungsleitung des Kreisbrandmeisters Hans Ordnung mit fünf Übungsstunden auf die Leistungsprüfung vor.
 
Zur Jahreshauptversammlung 1968 betonte Ordnung das bei Einsatzübungen und Einsätzen immer wieder ein deutliches erkennbares Leistungsgefälle zwischen Löschgruppen mit abgelegter Leistungsprüfung und solchen, die sich noch nicht dazu entschließen konnten, festzustellen sein.
 
Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich die Löschgruppe nach dem Erwerb des Leistungsabzeichens in Bronze nun auf die nächsthöhere Leistungsstufe vorbereiten werde, um im nächsten Jahr das Leistungsabzeichen in Silber zu erwerben.
 
Die überwiegende Mehrheit erklärte sich auf Befragen des KBM Ordnung zur Jahreshauptversammlung 1969 bereit, im Sommer zur zweiten Stufe der Leistungsprüfung anzutreten, um das Abzeichen in Silber zu erwerben. Nachdem jedoch zwei Mitglieder der Löschgruppe Zweifel anmeldeten und keine Ersatzleute zur Verfügung standen, wurde zu diesem Punkt keine endgültige Entscheidung getroffen und letztendlich auch keine Prüfung abgelegt.
 
1970 war die Leistungsprüfung wiederum Thema zur Jahreshauptversammlung. Es kam die Frage auf, ob man vielleicht mit einer neuen Löschgruppe das bronzene Leistungsabzeichen ablegen sollte. Als Mitglieder kämen sieben Jungfeuerwehrleute und zwei Auffüller aus der „älteren Generation“ in Frage. Aber auch in diesem Jahr fand keine Abnahme statt.
 
Am 8. August 1971 fand die nächste ordentliche Versammlung statt. Hier wurde erneut über die Prüfung für ein weiteres Leistungsabzeichen diskutiert, dann jedoch wegen personellen Schwierigkeiten auf später verschoben.
1972 wurde zur Jahreshauptversammlung am 3. März Alfred Schaller zum neuen Kommandanten der Feuerwehr gewählt. In seiner Antrittsrede erklärte er, dass er in diesem Jahr mit der zweiten Löschgruppe das bronzene Leistungsabzeichen erringen wolle.
 
Am 17. Juni 1972 war es dann soweit. Die zweite Albertsreuth-Götzmannsgrüner Löschgruppe konnte fünf Jahre nach der ersten Abnahme das Leistungsabzeichen erringen. Seit 1972 fand bis heute mindestens alle zwei Jahre eine Abnahme der Leistungsprüfung statt.

Grüß Gott!

Nächste Termine

  • 19.02.2021 - Jahreshauptversammlung

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